Einführung

Urkundliche Nennungen:

Ca. 1100 castrum Racouz, 1104 Ragaza, 1112 Ratgoz, 1144 Racoz (Rakez), ca. 1160 Ratkiz, 1177/80 Rakyz (Rakiz), 1181 Rakez, 1192 Rachez, 1204 Ragze, 1208 Racze, 1235/45 Grafschaft/Markt Ragtz, 1254 Rachz, 1260 Ragz, 1373 Ratcz, 1397 Rapcz, 1400 Rabtz, 1410 Raptzz, , 1429 Ragtz, 1439 Rabs, 1550 Rabbs. Mundartlich: robß

W. Steinhauser leitet den Namen vom althochdeutschen Personenamen Ratgoz ab und erklärt ihn als genetivischen Ortsnamen mit -s, also Ratgoz -s. Im Tschechischen war früher als Bezeichnung für Österreich Rakousky (heute Rakousko) üblich, das mit dem Namen der Burg in Zusammenhang steht. Aufgrund der urkundlichen Schreibweisen muss aber auch mit einer slawischen Namensform, vielleicht Rakovici oder Rakivici, gerechnet werden, die vom Personennamen Rak oder Rach stammen könnte. Seit 1921 mit dem Zusatz "an der Thaya".

Aufgrund lauthistorischer Untersuchungen des Namens ergebt sich für W. Steinhauser eine (urkundlich nicht belegbare) Anlage einer Wehrburg am Zusammenfluss von Deutscher und Mährischer Thaya durch einen bairischen Edlen namens Ratkoz für das 1. Viertel des 9. Jahrhunderts. Urkundlich bezeugt sind Burg und Siedlung erst seit Anfang des 12. Jahrhunderts.

Seit etwa 1100 hatte Raabs wegen seiner strategisch wichtigen Grenzlage militärisch hervorragende Bedeutung. Zur Zeit der Babenberger im 11. Jh. sind die Herren von Raabs eines der wichtigsten österreichischen Adelsgeschlechter. Grafen von Raabs erscheinen im 12. Jh. häufig auch als Burggrafen von Nürnberg und wurden sogar zu Ahnherren der Hohenzollern. 1282 an den Grafen Albrecht von Habsburg, von ihm 1283  an die Maissauer verpfändet, 1358 als Lehen und dann bis 1701 im Besitz der Puchheim.

Im 11.Jhdt. als mächtiges Bollwerk an der Thaya errichtet. Wuchtige Türme und Mauern schützen sehenswerte Räume, zierliche Gewölbe, eine steinerne Wendeltreppe, wertvolle Fresken, einen 60 m tiefen Brunnen und die alte Burgkapelle.

Von der Nordecke aus auf dem Söller über der Kapelle, die sich kielförmig über den Felsrücken vorschiebt, genießt man einen schönen Rund- bzw. Tiefblick über die Stadt Raabs. Von der Unterstadt aus bietet die reich gestaffelte Längsseite ein imposantes Bild. Von der Thayabrücke bietet sich ein besonders prächtiger Blick aufwärts zum Schloss.

Burg Raaabs bei WIKIPEDIA

http://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Raabs_an_der_Thaya


Datum der letzten Bearbeitung / Aktualisierung: 22. April 2006