Geschichte

Urkundliche Nennungen:
Ca. 1100 castrum Racouz, 1104 Ragaza, 1112 Ratgoz, 1144 Racoz (Rakez), ca. 1160 Ratkiz, 1177/80 Rakyz (Rakiz), 1181 Rakez, 1192 Rachez, 1204 Ragze, 1208 Racze, 1235/45 Grafschaft/Markt Ragtz, 1254 Rachz, 1260 Ragz, 1373 Ratcz, 1397 Rapcz, 1400 Rabtz, 1410 Raptzz, , 1429 Ragtz, 1439 Rabs, 1550 Rabbs.

AABS
hat eine bewegte Vergangenheit
Mundartlich: robß
Ereignisse
1100 von Bretislov von Mähren wochenlang belagert.
1176 Einfall der Böhmen und Mähren im Kampf gegen Herzog Heinrich II.
1230 neuerlicher Einmarsch von  Böhmen im Ministerialenaufstand.
1282 nach Einnahme Stützpunkt böhmischer Adeliger bei Gewaltaktionen gegen Österreich.
1328 fiel Johann von Böhmen ein.
1385 von Böhmen unter Nikolaus von Ostrawa hinterhältig erobert und besetzt, jedoch von den Puchheim zurückgewonnen.
1426 bis 1431  in den Hussitenkriegen schwer in Mitleidenschaft gezogen.
1620 Belagerung und Eroberung durch Herzog Maximilian von Bayern.
1645 wegen Einfalls schwedischer Truppen von Kaiserlichen besetzt.
1809 Einquartierung französischer Soldaten, württembergischer Dragoner und hessischer Infanterie.
1790 und 1847 rückte Militär gegen die Bauern vor, die wegen zu hoher Robotleistungen protestierten bzw. die Robotzahlung verweigerten.
1945 am 9, Mai marschierte die Rote Armee in Raabs ein.
Besitzer
In der zweiten Hälfte des 11. Jh. von einem Ahnherrn der späteren "Grafen von Raabs" als Steinburg errichtet, die im Aufbau zu den ältesten Burgformen des Landes zählt.
1100 erstmalige Nennung der Burg als "castrum Racouz" und des Burgherrn GOTTFRIED in der "Chronica Bohemorum"
1192 mit Graf Konrad von Raabs und Burggraf von Nürnberg starb das Geschlecht der "Grafen von Raabs und Burggrafen von Nürnberg" im Mannesstamme aus. Die älteste Tochter Sophie wurde durch ihre Vermählung mit Graf Friedrich von Zollern zur Stammmutter der Hohenzollern und der späteren preußischen Könige und deutschen Kaiser.
1200 im Herbst verkaufte Sophie, mit Graf Friedrich von Zollern vermählt, den Markt Raabs und die Grafschaftsrechte an den österreichischen Herzog Leopold. Somit erwarben die Babenberger Burg und Markt Raabs.
1260 wurde das Burg als Lehen an Wok von Rosenberg weitergegeben, einem engen Vertrauten von König Ottokar.
1282 mussten die Rosenberger die Burg an die Habsburger abtreten, nachdem bereits 1278 ein großer Teil der Grafschaft von König Rudolf eingezogen worden war. Im gleichen Jahr bekamen die Brüder Leutold und Heinrich von Kuenring die Burg als Lehen von Graf Gebhard von Hirschberg.
1283 erhielt Stephan von Maissau die Grafschaft als Pfand.
1297 erst kam die Burg wieder zur Herrschaft dazu.
1358 hatten die Puchheimer die Burg zuerst als Pfand und später als Landsfürstliches Lehen. Dieses oberösterreichische Adelsgeschlecht residierte hier bis zu seinem Aussterben 1702. Unter ihnen erfolgte größtenteils der großzügige Umbau der Wehranlage zu seiner heutigen Form als Schloss.
Um 1584 hatten die Puchheim unter allen Adelsfamilien Niederösterreichs die meisten Grundholden (4055 Untertanenhäuser) in den Herrschaftsgebieten von Heidenreichstein, Dobersberg, Karlstein, Raabs, Horn, Göllenbach, Krumbach und Kirchschlag.
1702 kam sie in den Besitz des Grafen Quarient und Raall.
1760 kaufte Freiherr Johann Christoph von Bartenstein die Herrschaft Raabs und das Schloss. Vormals unter Kaiser Karl VI. k.u.k. Geheimrat und böhmisch-österreichischer Hofvizekanzler. Unter dieser, für die österreichische Geschichte bedeutenden Persönlichkeit, Träger des höchsten zivilen Verdienstordens der Monarchie, den "Königlichen ungarischen hohen Ritterorden vom Hl. Stephan, dem Apostolischen König", der nach dem Tode des Kaisers außenpolitischer Berater Maria Theresias wurde, erlangte die Herrschaft Raabs nochmals internationale Bedeutung.
???? wurden Freiherr Franz von Kaiserstein Besitzer.
???? gelangte es in den Besitz von Reichsgraf Philipp Boos von Waldeck
1912 erwarb Freiherr Hugo Klinger von Klingerstorff das Schloss. Der Ausbruch des Ersten Weltkrieges und der Untergang der Monarchie brachten auch den wirtschaftlichen Zusammenbruch der Herrschaft Raabs. Das Ende der Herrschaft brachte ein Konkurs im Jahre 1934, bei dem sämtliche Einrichtungsgegenstände verkauft wurden. Das Schloss ging einem ungewissen Schicksal entgegen. Danach  gab es mehrere private Besitzer.
1970 wurde Willy Enk aus der Schweiz Eigentümer.Durch leichtfertiges Vertrauen und mutmaßlichem Betrug der Verwalter und anderer musste jedoch Konkurs angemeldet werden.
1996 gelangte die Burg in österr. Privatbesitz von Richard Pils, Verlag "Bibliothek der Provinz". Umfangreiche Renovierungsarbeiten ermöglichten nach kurzer Zeit die Eröffnung von Ausstellungen und Veranstaltungen im Schloss (Konzerte und Theateraufführungen).

Datum der letzten Bearbeitung / Aktualisierung: 05. September 2005